Sonntagsgedanken (5) – Die Sache mit der Zukunft

Je weiter das Schuljahr voran schreitet, desto mehr mache ich mir Gedanken über die Zukunft. Erst Recht, seitdem ich Freitag mein Zeugnis bekommen habe. Das Erste, was für die Abiturnote zählt. Jetzt kommt alles schlag auf schlag: unser Theaterstück von Darstellendem Spiel, mein 18.Geburtstag, Studienfahrt, Vorabi Klausuren. Nur um ein paar Dinge für 2015 aufzuzählen. Es ist ernst.

Wir beginnen alle uns Gedanken über die Zukunft zu machen und unser Leben aufzubauen: C. hat überraschend die Schule gewechselt. A. denkt daran Fachabi zu machen und dann ins Ausland zu gehen. H. beginnt Arbeiten für ihre Mappe zu sammeln.

Ich ebenfalls. Zum Beispiel besuche ich im Mai die AMD in Hamburg für einen Infoabend zum Thema Modejournalismus. Seit ihr an solchen Dingen interessiert? Das ich euch über Universitäten und Studiengänge berichte, die mich eventuell interessieren? Wenn ja, teilt es mir gerne mit.

Außerdem überlege ich was ich nach der Schule als Erstes machen möchte. Ausland auf jeden Fall. Mein größter Wunsch ist Amerika. Etwas von der Welt sehen. Meine Wanderlust und mein Fernweh zumindest Etwas stillen. Das Leben genießen nach dem ganzen Schulstress. Für eine Zeit alle Sorgen vergessen. Vielleicht über die Strenge schlagen. Pause machen. Leben.

Bevor ich wieder zurück in Deutschland bin und ins kalte Wasser geschmissen werde. Der Ernst des Lebens. Zur Einschulung wird immer gesagt: Jetzt fängt der Ernst des Lebens an. Diese Aussage ist jedoch falsch. Nach der Schule fängt der Ernst des Lebens an.

In der Schule werden wir darauf vorbereitet. Wir lernen viel zu viele Dinge. Dinge, die wir brauchen werden. Dinge, die wir sofort wieder vergessen werden, sobald wir das Schulgelände verlassen werden. Es kommt auf den Beruf an, ob wir das Wissen aus den Unterrichtsfächern später benötigen oder nicht.

Aber wir lernen auch andere Dinge in der Schule:

Dinge, damit wir lernen Deadlines einzuhalten.

Dinge, damit wir lernen, dass es immer eine Person geben wird, auf die man hören muss, egal ob wir sie mögen oder nicht. Schließlich können wir uns später unseren Chef auch nicht aussuchen und müssen mit ihm klar kommen.

Dinge, damit wir lernen, wie wir lernen.

Dinge, damit wir zumindest Etwas auf die Zukunft vorbereitet sind.

Eine Sache wird sich aber komplett ändern. In der Schule kriegen wir ein Morgen vorgeschrieben. Wir haben Hausaufgaben zu Dienstag zu machen. Zu Mittwoch sollen wir die Englischvokabeln lernen. Zu Donnerstag steht das Geschichtsreferat über Napoleon an. Wir wissen, was wir zu tun haben.

Auch dank unseren Eltern, die noch ihre schützende Hand über uns halten.

In der Zukunft aber nicht.

Es liegt in unserer Hand, ob wir arbeiten gehen oder nicht. Ob wir wirklich die 400 Euro Monatsbudget für die wunderbare Tasche aus dem Outlet ausgeben, sie aber trotzdem noch immer so teuer ist. Ob wir die Wohnung putzen oder nicht.

Ja, im Idealfall wird die Familie uns immer beschützen, egal wie alt wir sind, aber in der Zukunft werden wir alle auf unseren eigenen Füßen stehen müssen und unser Leben aufbauen. Wir werden Dinge ausprobieren, wir werden wieder fallen, aber aufstehen und weiter machen. Viele viele male. Bis wir mit dem zufrieden sind, was wir haben und endlich angekommen sind.

Ja, so sieht unsere Zukunft aus.

Auf der einen Seite freue ich, aber auf der anderen Seite, habe ich auch eine riesige Angst.

 


Daumen hoch für: ein so gutes Zeugnis, was ich niemals erwartet hätte; wenn die Arbeit endlich gewürdigt ist, die man sich macht; dass ich am Donnerstag noch ein Praktikumsplatz für die nächsten zwei Wochen gefunden habe; einfach mal Alles fallen lassen und auf der Bühne los spielen; dass wir in Kunst im nächsten Halbjahr Fotografie als Thema haben

Daumen runter für: die Angst vor der eigenen Gesundheit, verwirrte Gefühle, die ich nicht einordnen kann

Lesetipp: da habe ich gleich zwei: Mashas heutiger Sonntagspost über den Kontrast zwischen Kindheit und Social Media ; das Interview mit Chiara Ferragni in der Februar Ausgabe der Instyle

Musiktipp: Banks – Someone new


 

 

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