Sonntagsgedanken (25) – Sind wir wirklich so fixiert?

Whats-App, Facebook, Twitter, Instagram …

Soziale Netzwerke bringen uns dazu, die Hälfte des Tages im Internet unterwegs zu sein. Unsere Nachrichten zu checken, Bilder zu liken, unser Leben mit den anderen Usern zu teilen. AKTIV zu sein.

Und dann wenn wir vielleicht zwei Stunden nicht unser Handy in Greifweite haben, sodass wir nicht mitbekommen, wenn ein wichtiges Thema bei Whats-App geklärt wird, dann werden wir sofort dafür fertig gemacht.

In der letzten Zeit ist mir immer wieder aufgefallen, dass in unserer heutigen Gesellschaft es einfach vorausgesetzt wird, immer erreichbar zu sein. Festgestellt habe ich dies bei mir und in meinem Umfeld und davon möchte ich euch heute eine  Geschichte erzählen:

 

Man nehme mich und die Person, in die ich verliebt bin. Ich bin generell eine Person, die sich selten traut Dinge anzusprechen oder zu fragen.

Aus diesem Grund war ich schon irgendwie stolz auf mich, als ich ihn gefragt habe, wie er den einen Musiker findet. In der kompletten vergangenen Woche habe ich jemanden gesucht, der mit mir Montag auf ein Konzert fährt, aber keiner hört ihn.

Also habe ich gedacht, dass ich ihn einfach so frage, wie er den Musiker findet und wen er ihm gefällt, frage ich ihn, ob er Lust und Zeit auf ein Konzert hat.

Geschrieben habe ich ihm die SMS um 19.08 Uhr, als ich beim Babysitten war und die Kleinen Fernsehen geschaut haben. Dementsprechend hatte ich die Zeit, auch alle zwei Minuten nachzuschauen, ob er online war und die SMS gesehen hat. Kurz vor acht: er war immer wieder online, hat die SMS aber nicht gesehen.

Halb zehn: Ich war wieder zu Hause und er war immer wieder online gewesen, bei meiner Nachricht befand sich jedoch nicht das berüchtigte blaue Häckchen. Ich war total fertig, müde und einfach nur kaputt, dass dieser Faktor das Fass einfach nur zum Überlaufen gebracht hat, dass ich angefangen habe zu weinen.

Weinen ist nichts schlimmes. Es tut gut und danach fühle ich mich immer freier.

Ich habe einer Freundin davon geschrieben. Manchmal ist es normal, wenn man nicht antwortet. Es hat nichts mit der Person zu tun, sondern einfach, dass man  nicht schreiben möchte.

Ich bin duschen und dann ins Bett.

22 Uhr 58. Er hat geantwortet! Es ist zwar nichts aus dem Konzert geworden, jedoch nur, weil er keine Zeit hat.

Also war wieder alles gut.

 

Sind wir wirklich so sehr darauf fixiert, dass wir von unseren Mitmenschen erwarten, dass sie immer ein internetfähiges Gerät dabei haben, um auf ihre Nachrichten zu antworten und zu teilen, wo sie sich gerade befinden und welches Essen sie zu sich nehmen?

Eigentlich habe ich immer gesagt, ich bin nicht so. Immer habe ich mich über die Gesellschaft aufgeregt, die gleich rummeckert, wenn nicht sofort geantwortet wird.

Aber bei dem Erlebnis, was ich euch oben beschrieben habe, habe ich festgestellt, dass ich eigentlich genauso bin.

Und das macht mir Angst.


Daumen hoch für: Freundinnennachmittage, dass ich endlich jemanden gefunden habe, der einen ähnlichen Musikgeschmack hat, dieses wunderbar passende Zitat: Trotz all der Wolken und Regen, vielleicht doch der Sommer des Lebens (Casper, Kraftklub – Ganz schön okay)

Daumen runter für: gar nichts. Irgendwie läuft gerade alles gut, weshalb ich die schlechten Dinge auch positiv sehe.

 

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